Das Daum-Editorial

Liebe Baumfreundin, lieber Baumfreund,

der Fall „Daum“ bewegt viele Menschen in unserem Lande und natürlich auch Mein Freund, der Baum. Seit einigen Tagen arbeiten wir in der Redaktion an einer entschiedenen Stellungnahme, mit der wir die Ehre des sympathischen Übungsleiters aus Leverkusen verteidigen wollen gegen die verleumderischen Machenschaften aus einem süddeutschen Fußballverein. Und dann erreicht uns die schockierende Nachricht: Der Daum ist gefeuert – und das gleich zweimal, sowohl von seinem Verein als auch vom Deutschen Fußballbund. Als Grund für die doppelte Entlassung des innovativen Übungsleiters wird ein positiver Drogentest-Befund angegeben.

„Aus der Daum“ schlagzeilen am nächsten Tag die führenden Boulevardblätter unseres Landes. Die üblichen Meinungsführer überbieten sich im Anheizen der Sensationsgier und im Vergießen von Krokodilstränen über die „menschliche Tragödie“ (Karlheinz Rummenigge). Und sogar zweifelhafte Gestalten erheben sich über den erfolgreichen Übungsleiter Daum – so der Stasi-Mitarbeiter Manfred Stolpe („Um den deutschen Fußball ist mir deshalb nicht bange.“), so der Schnapsverbrenner Rolf Töpperwien („Das ist ja nicht zu fassen.“) und so auch der Hütchenaufsteller Ulrich Stielike („Natürlich ist er als Bundestrainer nicht mehr tragbar.“). Der Ja-Sager Hans-Hubert Vogts – selbst verantwortlich für eines dunkelsten Kapitel der deutschen Fußballgeschichte – lässt aus seinem niederrheinischen Exil sogar folgendes Statement vernehmen: „Ich hoffe, dass sich viele, viele bei Uli Hoeneß entschuldigen, ja.“

Schnell befreien wir uns in der Redaktion von unserem Schockzustand und krempeln die Ärmel hoch. Uns wird klar: der Daum braucht mehr denn je unsere Unterstützung!

Mein Freund, der Baum macht die Medienhetze gegen den sensiblen Übungsleiter und dessen Familie nicht mit. Wir solidarisieren uns mit dem Daum. Und als deutlichstes Zeichen unserer Solidarität heißen wir ab sofort und bis auf weiteres Mein Freund, der Daum.

Unser Autor Kuno Klötzer hat uns den Text „Drei Kugeln für Hoeneß“ geliefert. Obwohl Mein Freund, der Daum prinzipiell Gewalt in allen ihren Formen ablehnend gegenüber steht, bringen wir diesen Text, da wir meinen, die vergiftete Saat des Münchner Managers darf auf keinen Fall aufgehen. Wir brauchen einen Aufstand der Anständigen.

Überdies glauben wir nach wie vor an die Unschuld des exzellenten Übungsleiters Daum. Es ist durchaus denkbar, dass das Ergebnis der Haarsträhnen-Analyse auf Machenschaften und Manipulationen des machiavellistischen Managers zurückzuführen ist. Hat nicht Hoeneß seinen Dienstsitz in der heimlichen deutschen Koks-Hauptstadt, und damit vielfältige Gelegenheit an Haarsträhnen der dort beheimateten berühmten Kokser Wecker, Wepper und Witzigmann heranzukommen?

Auch die Rolle von Hoeneß‘ schwergewichtigem Berufskollegen Fatboy Calmund sollte genauer in Augenschein genommen werden. Spielte der Leverkusener Manager, der sich wochenlang als ein Freund des Daum ausgab und jetzt meuchlings seine Entlassung vollzog, vielleicht ein doppeltes Spiel, um von seiner eigenen Verstrickung in Drogengeschichten abzulenken. Mein Freund, der Daum liegen Informationen vor, die besagen, dass Fatboy Calmund seit Jahren Schweinshaxen konsumiert. Zeugen, die nicht genannt werden wollen, berichten von ausschweifenden Schweinshaxen-Orgien in einer Leverkusener Imbissstube. Fatboy Calmund soll hier regelmäßiger Gast gewesen sein. Der Leverkusener Manager hat sich bisher strikt geweigert, an sich eine Bauchspeck-Analyse vornehmen zu lassen. Kann man da seinen Beteuerungen noch Glauben schenken, der Umfang seines Körpers gründe sich ausschließlich auf Muskeln?

Wir bleiben am Ball.


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