Dark Wave meets Bauordnungsamt

Der Roman „Requiem für Pac-Man“ von Klaus Märkert

Klaus Märkert hat seinen Herzinfarkt aus dem Roman „Hab Sonne“ überlebt. Und wir dürfen in seinem neuen autobiographischen Werk teilhaben an seinem Leben nach dem Infarkt. Ein Leben mit seltsamen Erfahrungen in einer Reha-Maßnahme in der norddeutschen Provinz, ein Leben im Kampf für einen eigenen Dark-Wave-Club im Ruhrgebiet (den er letztlich gegen den übermächtigen Gegner Bauordnungsamt verliert) und ein Leben im unermüdlichen Einsatz gegen schlechten Musikgeschmack. Klaus Märkert schildert dieses alles in seiner unnachahmlichen sarkastischen Art, die dieses Buch zu einem sehr großen Lesevergnügen macht.

Zwei Dinge gilt es allerdings zu kritisieren. Erstens: der Roman ist viel zu schnell zu Ende, gerne hätte man noch weitere Zeit mit ihm verbracht. Und zweitens: dass Märkert den großartigen Henry Rollins als „Neo-Hippie“ disst, zeigt, dass er keine Ahnung vom amerikanischen Hardcore-Punk hat. Angesichts der sonstigen Güte seines Buches wollen wir ihm das Sakrileg an Henry Rollins aber mal verzeihen.

Gut ist, dass Klaus Märkert mit der Erzählung seines Lebens die Gegenwart noch lange nicht erreicht hat und wir Leser auf mindestens einen weiteren autobiographischen Märkert-Roman hoffen können.

Siehe auch:
Zwischenfall in der Gruftie-Disco


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