Moment mal, Wolfgang Clement!

Moment mal, Wolfgang Clement, wir können Sie nicht leiden, denn Sie sind mit Ihrer Politik einer der Verantwortlichen dafür, dass in unserem Land die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Deshalb haben wir Ihnen schon öfters gewünscht, dass Sie einmal arbeitslos werden und mit 345 Euro monatlich Ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Jetzt haben wir aber Ihre Ehefrau Karin kennen gelernt.

Ihre Gattin hat sich in einem Restaurant in Berlin-Mitte mit einer Journalistin der Welt am Sonntag getroffen und mit ihr über Arbeitslosigkeit geplaudert. Gelegentlich sieht sie mal einen Arbeitslosen – zum Beispiel den Verkäufer einer Arbeitslosenzeitung in der U-Bahn. Dem kauft sie das Blatt zwar nicht ab, beobachtet ihn aber. „Ich beobachte genau. Arbeitslosigkeit und Verwahrlosung beunruhigen mich. Aber es ist ja nun auch nicht so, dass umgekehrt der, der Arbeit hat, nur lächeln würde“, diktiert Ihre Frau der Journalistin in den Block. Und ein anderes Mal hat ein Arbeitsloser in ihrer Mülltonne gewühlt: „Dabei sah der gar nicht danach aus. Also, so etwas habe ich noch nie erlebt. Als ich ihm zehn Euro gab, sagte er: ‚Wissen Sie, was ich jetzt damit mache? Ich gehe ins Kino.‘ Da war ich perplex.“

Eine weitere Arbeitslose, der Ihre Angetraute mit ihrer ganz besonderen Mildtätigkeit begegnet, ist ihre Putzfrau. „Sie ist allein erziehende Mutter, Hartz-IV-Empfängerin und kommt ganz prima zurecht damit. Das Geld, das sie bei mir verdient, wird ihr von der Stütze prozentual abgezogen. Das finde ich so toll an ihr, dass sie arbeiten möchte und sich nicht voll unterstützen lässt“, sagt Ihre Frau, die selbst in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts das letzte Mal einer geregelten Arbeit nachgegangen ist.

Und natürlich, Wolfgang Clement, erspart uns Ihre Frau Gemahlin auch den Klassiker aller alkoholdurchtränkten Stammtische nicht: „Wer einen Job wirklich will, der kriegt ihn auch.“ Wir möchten uns deshalb bei Ihnen entschuldigen, dass wir Ihnen die Arbeitslosigkeit an den Hals gewünscht haben. Mit so einer […] verheiratet zu sein, das ist nämlich Strafe genug. Wir wünschen Ihnen ansonsten alles Gute!


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